Emma Boom
Emma Boom ist 66 Jahre alt und gehört zur Generation der Babyboomer. Ihr Nachname kommt ursprünglich von der holländischen Grenze. In jungen Jahren ahnte sie nicht, dass dieser Name eines Tages eine so relevante demografische Bedeutung haben würde. Ihr Vorname war lange vor ihrer Geburt schon mal sehr verbreitet. Als Kind kam er ihr sehr altmodisch vor. Heute lächelt sie über die Liste der beliebtesten Vornamen, auf der „Emma“ weit oben steht. Wenn das nicht die Generationen verbindet!
Sie ist in einer Großstadt aufgewachsen. Ihre Lebensgeschichte ist geprägt von gesellschaftlichen Aufbrüchen, wachsenden Chancen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung – Einflüsse, die sie bis heute begleiten. Während ihres Studiums hat sie viele Jahre in Wohngemeinschaften gelebt – mit manchen Schwierigkeiten, aber auch vielen guten Erfahrungen. Nach Ausbildung und Studium zog sie mit ihrer Familie in eine kleinere Großstadt und musste sich fernab gewachsener Strukturen neu orientieren – sowohl persönlich als auch beruflich. Sie arbeitete lange in Teilzeit, bevor sie viele Jahre später in eine Vollzeittätigkeit wechselte. Ihr beruflicher Weg verlief nicht geradlinig, sondern orientierte sich an Lebensphasen, familiären Bedürfnissen und persönlichen Interessen.
Sie ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern, zu denen ein vertrauensvoller und guter Kontakt besteht, auch wenn sie nicht in ihrer Nähe wohnen. Seit vielen Jahren lebt sie allein, fühlt sich jedoch gut eingebunden. Sie wohnt in einem Mehrfamilienhaus mit einer überwiegend freundlichen Nachbarschaft. Gleichzeitig interessiert sie sich seit längerem für gemeinschaftliche Wohnformen – aus Neugier auf neue Formen des Zusammenlebens und gegenseitiger Unterstützung.
Emma Boom ist vor kurzem in den Ruhestand gegangen und möchte diese neue Lebensphase bewusst nutzen, um sich intensiver mit Fragen des Alterns zu beschäftigen.
Emma fühlt sich gesund, aktiv und eigenständig. Sie weiß jedoch aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit anderen, dass die Lebensphase Alter vielfältig verläuft und sich Veränderungen ergeben werden – körperlich, sozial und organisatorisch. Anstatt diese Entwicklungen auszublenden, möchte sie diese als Impuls nutzen, sich darauf vorzubereiten. Dabei interessiert sie der Gedanke, dass gemeinschaftliche Lösungen neue Freiräume und Lebensqualität schaffen können.
Mit ihrem Blick nach vorn verbindet Emma die Zuversicht, dass Ressourcen, Netzwerke und Wissen eine starke Grundlage für gutes Leben im Alter bieten. Sie sieht ihre Generation als engagiert, lernbereit und fähig, neue Konzepte zu entwickeln.
Als Protagonistin dieser Website führt Emma Boom durch die verschiedenen Aspekte der selbstbestimmten Vorbereitung auf Unterstützungsbedarfe. Sie bringt ihre Erfahrungen und ihre Sicht der Dinge ein. Sie entdeckt aber auch Neues, das sie gerne teilt.
Vorbild für die Arbeit mit einer Protagonistin ist u.a., dass vor mehr als 20 Jahren schon einmal eine Protagonistin geschaffen wurde. Sie heißt Doris Blum und ihr „Alltägliches Schicksal“ ist erstmals 2003 beschrieben worden. Dazu gehörte, dass sie in ihrer aktiven Zeit sehr engagiert und vernetzt war, im hohen Alter dann aber doch allein war. Die Beschreibung ihres Schicksals ist z.B. unter https://www.forum-seniorenarbeit.de/uploads/2014/07/2006-08-Netzwerksensible-Seniorenarbeit.pdf, S. 124f. zu finden (mehr zu Doris Blum im Beitrag Ein individuelles Netzwerk aufbauen).
Emma Boom könnte die Tochter von Doris Blum sein. Sie möchte nicht das Schicksal von Doris Blum erleiden.

